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Walbeck - Ein Ottonenort

Das Walbecker Grafengeschlecht legte vor mehr als 1000 Jahren den Grundstein dafür, dass unser Ort eine von 60 Stationen an der "Straße der Romanik" in Sachsen-Anhalt ist. Auf ihr werden 72 kulturhistorisch wertvolle Bauwerke, wovon Walbeck zwei erhalten Geblieben sind, miteinander verbunden. Auf dem sogenannten "Domberg" erhebt sich majestätisch die Ruine der Stiftskirche St. Marien, St. Pankratius und St. Annen, die bis 1810 noch geistliche Würdenträger beherbergte, hoch über das Allertal und kündet heute noch von dem Reichtum der damaligen Grafen. Graf Lothar II., der sich 941 an der Verschwörung gegen Otto den Großen beteiligt hatte, ließ zur Sühne seiner Verfehlung dieses Bauwerk errichten, das mit zu den ältesten ottonischen Bauwerken in Deutschland zählt. Nach seinem Tode wurde Graf Lothar in der Stiftskirche beigesetzt. Sein Sarkophag wurde 1932 bei Vermessungsarbeiten gefunden und ist heute in der Dorfkirche von Walbeck zu sehen. Der Muschelkalkfelsen, auf dem die Stiftskirchenruine erbaut wurde, erhebt sich 25m über den Ort. Hunderte von Besuchern kommen jährlich nach Walbeck, um diese Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und um den herrlichen Ausblick von der Höhe des Hagens auf Walbeck und seine Umgebung zu genießen. Walbecks Heimatstube bot gerade zur 1075-Jahr-Feier die Gelegenheit, sich näher mit der wechselvollen Geschichte von Dorf und Stift zu beschäftigen.


Die Schlacht bei Lenzen an der Elbe

In dieser Schlacht fielen zwei Urgroßväter des bedeutendsten Chronisten des frühen deutschen Mittelalters, Thietmar von Merseburg. Einer der beiden war Lothar von Walbeck. Thietmar und zahlreiche andere Quellen datieren für die Schlacht bei Lenzen das Jahr 929. Die Stadt Lenzen beging ihre 1000-Jahrfeier ebenfalls Anfang September des Jahres 1929 und bezog sich auch in den folgenden Jubiläen (1954, 1997) auf das Jahr 929. Die "Walbeckische Chronike" des Helmstedter Geschichtsprofessors Heinrich Meibom " des ältern" gibt für die Schlacht bei Lenzen aus uns nicht bekannten Gründen abweichend von allen anderen Schriften den 7. September 930 an. Warum sich die Walbecker nun gerade auf diese Quelle festlegten und ihre 1000-Jahrfeier im Jahre 1930 begingen, ist uns ebenfalls nicht bekannt. Unwahrscheinlich ist, dass damals nur die Meibomsche Chronik zur Verfügung gestanden hat. Vermutlich gaben personelle, praktische und terminliche Gründe in der Vorbereitung dieses Jubiläums den Ausschlag, denn der damalige, sehr rührige Walbecker Bürgermeister Karl Grimm, dem Walbeck in besonderem Maße seine würdige 1000-Jahrfeier verdankt, wurde erst im Dezember 1929 in sein Amt gewählt. Auch bei der den folgenden Jubiläen (1955, 1980) verzichteten nun die Walbecker darauf, ihren Ort um ein historisch sicher belegtes Jahr älter werden zu lassen.

Ottonenort Walbeck
FUVIFLOW0909