Irisch-Keltische Mittsommernacht 2010

DruckenE-Mail

Das mittelalterliche Fest im Juni

Es war das herrlichste Wetter als sich zum fünften Mal der Walbecker Hagen in einen mittelalterlichen Markt verwandelte. Die Walbecker Turmfalken hatten zu diesem nun schon zur Tradition gewordenen Spektakel geladen. Spielleute und Marktleute hatten sich vorbereitet, um den Marktbesuchern mittelalterliche Musik und das mittelalterliche Handwerk nahe zu bringen. Dem ersten Magistrat von Walbeck, dem Ortsoberhaupt Martin Herrmann oblag es, den Markt am letzten Freitag zu eröffnen.“Wir treffen uns heute zum fünften Mal zu diesem Feste, wer hätte das gedacht? Und es kommen ganz Viele und von ganz weit. Ich danke allen Helfern, die seit Wochen und Monaten diese Irisch keltische Mittsommernacht vorbereitet haben“, verkündete der Magistrat. Am Freitag konnten rund 700 Gäste einen mittelalterlichen Tag erleben. Die Gruppen „In Taberna“ mit ihrem buckeligen Ugluck alias Detlef Rund und „Scherbelhaufen“ sorgten für musikalische und schauspielerische Unterhaltung auf der Hauptbühne. Und so dauerte es auch nicht lange, bis die Akteure Stimmung pur verbreitet hatten und die Gäste mitklatschten und mitsangen. In einem kleinen Theaterstück zeigte „In Taberna“ die wundersame Verwandlung des Ugluck in einen schönen Prinzen, bei dem dann auch die Moral angesprochen wurde, dass man einen Menschen nicht nur nach dem Aussehen beurteilen sollte. Die Turmfalken selbst bekamen wenig davon mit, sie hatten alle Händevoll zu tun, um die hungrigen und durstigen Gäste zu versorgen. Grillgut, Schmalzstullen, Suppen, Lukullisches aus dem Kartoffelhaus, eine deftige Wurstpfanne und viele kühle Getränke wurden da für einige wenige Taler verkauft. Abschluss fand der gelungene erste Markttag mit dem Tanz der Amazonen von der Gruppe Breeze, der mit einer Feuershow gekoppelt war.

Die Amazonen tanzen

„Einst herrschte Friedenzwischen den vier Reichen der Himmelselfen, Tiefenzwerge, Feuerkrieger und den Amazonen des Wassers. Sie lebten in Ruhe, Frieden und regem Austausch zusammen auf Dere. Doch eines Tages verschwanden die Himmelselfen und die Welt geriet aus den Fugen. Wohl an wertes Auditorium, sehet hier wie eine Gruppe Amazonen auf der Jagd auf einen Haufen Feuerkrieger trifft und wie es zum erbitterten Kampf kommt“, verkündete der Herold der Gruppe „In Taberna“ am Freitag auf dem in ein mittelalterliches Flair verzauberten Hagen anlässlich der fünften Irisch keltischen Mittsommernacht und verbreitete mit seiner tiefen Stimme und der flackernden Feuerbeleuchtung Gänsehaut bei den zahlreichen Zuschauern. Die blieb dann auch beim Tanz der Amazonen erhalten. In einer hervorragenden Choreographie und Ausführung konnten die Tänzerinnen der Walbecker Gruppe Breeze gegen jede Profiformation antreten. Gekonnt der Musik angepassten Tanzschritte und Führung des Kampfstockes begeisterten das Publikum, das Szenenapplaus spendierte. Was die einmalige Klasse noch steigerte, war die Symbiose aus Tanz und Feuershow der Gruppe „In Taberna“, die den Kampf symbolisieren sollte. Am Ende der exzellenten Aufführung kam es zum Kampf der Elfenkönigin alias Anna Marie Schmidt und dem Anführer der Feuerkrieger alias Bernulff vom Reyneberg. Auch hier waren einige Übungsstunden nötig, denn die Schläge der Königin auf das brennende Schild und gegen das Feuerschwert wurden heftig ausgeführt und nicht nur angedeutet. Am Ende siegte natürlich das Gute und die Horde Feuerkrieger gab auf. Riesiger Applaus und Zugabewünsche, die allerdings nicht erfüllt werden konnten, zeigten den Akteuren, dass ihre emsige Vorbereitung zu einem tollen Erfolg geführt hat.

Vuvuzela Fieber

Martin Herrmann, erster Magistrat des mittelalterlichen Walbeck musste am Freitag und Sonnabend jeweils den Markt eröffnen. „Wertes Publikum, im letzten Jahr sollte er mit einem Blasinstrument den Start geben, aber die Zuschauer in der ersten Reihe mussten die Regenschirme aufspannen, ein Ton entwich dem Instrument nicht“, verkündete der Herold von „In Taberna“ und zog für diesen Tag eine Vuvuzela aus seinem Gewand. Aber auch hier kam zur Freude vieler Gäste dann nur warme Luft und kein Ton. Am zweiten Tag kam es ganz anders. „Ich habe heimlich eine kleine Tröte mitgebracht und als ich das Signal geben sollte habe ich einfach dahinein geblasen und hatte die Lacher auf meiner Seite“, berichtete Magistrat Herrmann stolz.

Feste feiern wie sie fallen

Die Irisch keltische Mittsommernacht der Walbecker Turmfalken hatte am Sonnabend seinen absoluten Höhepunkt rund 1600 Gäste hatten den Hagen erklommen, um sich dem Treiben anzuschließen. Zwergenspiele, Gesichtsmalerei, eine Kaffeetafel, das Programm der „Hagenwichtel“, die Gruppe „Pipe and Drums of Brunschwich“, ein Märchenerzähler, das Bogenturnier der Gruppe „In Taberna“ und der Auftritt der Gruppe „Scherbelhaufen“ sorgten für viel Abwechslung bei den kleinen und großen Besuchern am Nachmittag. Irish & scottish folk gab es ab 20 Uhr von der Berliner Gruppe „Cobblestone“. Bereits beim ersten Stück sprang der Funke zum Publikum über und es wurde mitgeklatscht und ganz mutige Gäste tanzten bereits vor der Bühne. In gekonnt lustiger Manier wurde von den Musikern durch das Programm geführt und nicht immer ganz ernst auf den Inhalt der einzelnen Stücke eingegangen. „Und nun kommen die Springmäuse von Nobody Knows, viel Spaß mit der Band“ verabschiedete sich Cobblestone nach ein paar Zugaben. Und es folgte ein hammerharter Folk Cocktail. „Wir spielen bundesrepublikanische Folklore mit nordwesteuropäischer Note“, erklärte Frontmann Max Heckel dem Publikum. Ein kleiner Tatsch Osteuropa komplettierte das hervorragende Konzert der Gruppe aus Stendal, bei dem es viele Gäste nicht mehr auf den Plätzen hielt. Auf die Frage wie das Konzert gefällt, kam es bei einer Gruppe Jugendlicher wie aus der Pistole geschossen:„Hammergeil“ und zum gleichen Ergebnis kamen die Turmfalken nach den zwei Tagen, die mit einer professionellen Feuershow der Gruppe „anima-flamea“ abgeschlossen wurden. „Fast 1000 Würste, 700 Steaks, 58 Fässer Bier, große Mengen von der Wurst- und Pilzpfanne, literweise Suppe, unzählige Stullen und Gurken sind allein von uns Turmfalken verkauft worden. Mensch das hat zwar viel Arbeit im Vorfeld gekostet, aber es hat sich gelohnt und ich glaube, dass unsere Gäste recht zufrieden waren“, freut sich Heiko Sorge, Chef vom Karnevalsverein, in dem die Turmfalken integriert sind.

Harald Märtens für walbeckimallertal.de

Irisch-Keltische Mittsommernacht 2010
FUVIFLOW0909